Wahrheit oder Pflicht (2018)

B



6%

AT-Kinostart: 10.05.2018 - Dauer: 100 Min - Genre: Horrorfilm - FSK: ab 16 - Regie: Jeff Wadlow - Drehbuch: Jillian Jacobs, Michael Reisz - Produktionsjahr: 2018 - Produktionsland: USA - Filmverleih: Universal - Soundtrack: Matthew Margeson - Cast: Lucy Hale, Tyler Posey, Landon Liboiron, Violett Beane, Nolan Gerard Funk
Wahrheit oder Pflicht (2018) - Ein neuer Horrorfilm aus dem Hause Blumhouse, wo das Spiel Wahrheit oder Pflicht (Truth or Dare) von einem Dämon besessen wird. Wer dann lügt oder etwas nicht machen will ist zum Tode verurteilt.
Anfangs noch gerade so auszuhalten, mit der Zeit aber unglaublich schlecht.
Der Beginn ist noch das Beste am ganzen Film. Als Einleitung sehen wir die Studentin Olivia (Lucy Hale), die in Mexiko mit ihren Freunden Urlaub macht. Das Ganze wirkt noch recht authentisch und man bekommt fast selbst Lust Urlaub zu machen. Es wird sogar etwas interessant, als an einer Bar ein Fremder namens Carter (Landon Liboiron) mit Olivia zu flirten beginnt und in weiterer Folge sie und ihre Freunde auf das bekannte Spiel Wahrheit oder Pflicht (Truth or Dare) bei sich einlädt. Das Spiel verläuft zunächst für alle recht amüsant, gegen Ende jedoch offenbart Carter gegenüber Olivia, dass er alle nur eingeladen hat um selbst davon zu kommen, denn das Spiel sei echt und all diejenigen die nicht mit spielen werden sterben. Bis dahin kann der Film noch mit einer durchschnittlich, spielenden Lucy Hale (ihre Freunde sind zu diesem Zeitpunkt schon kaum auszuhalten) sowie einer Geschichte die zumindest noch für die meisten Filmtyp B Zuschauer unterhaltsam ist punkten. Spätestens als Olivia dann aber haufenweise Wahrheit oder Pflicht (Truth or Dare) Zettel zugesteckt bekommt entwickelt sich der Film in eine sehr durchschaubare, geradlinige sowie trashige Richtung. Über weite Strecken wirkt es so als würde man einen billigen Nachmittagsfilm fürs Free TV ansehen.
Bei sich zuhause wird Olivia dadurch also ziemlich eingeschüchtert, womit sie die Drohung von Carter, dass das Spiel echt sei immer ernster nimmt. Auch alle anderen die das Spiel mitgespielt haben, bekommen dann laufend Aufgaben auf die sie - um nicht zu sterben - schnell reagieren müssen. Denn wer sich weigert etwas zu tun oder nicht die Wahrheit sagt, sieht nicht nur ständig hässliche Fratzen vor sich (die irgendwie wohl den Tod symbolisieren sollen) sondern bekommt selbst eine solch entstellte Visage und stirbt daraufhin. So kommt es, dass sich einige sogar selbst umbringen. Untermalt werden diese "Fratzen" Szenen mit einem 0815-Sound der ebenso nur an ganz eintönige flache Filme mit B oder C Promis erinnert. Wer dann denkt noch dümmer kann es eigentlich gar nicht mehr kommen, der irrt. Zu einem Zeitpunkt an dem man eigentlich am liebsten nur noch aus dem Kinosaal flüchten möchte, kommte es zwischen Olivia und Lucas zu einer verstörenden Sexszene, von der sogar Lucy Hale selbst in einem Interview danach sagte: "It was just the weirdest thing I'll ever shoot in my life." (dt. "Das war das Seltsamste, dass ich je in meinem Leben spielen musste") Filmtechnisch gesehen scheint das so als ob man einen bereits toten Film nochmal krampfhaft wiederbeleben will. Dies scheitert natürlich kläglich, denn die Szene ist ausschließlich Mist. Danach kommt so ziemlich der Deckel drauf. Auf das lang vorhergesehene Ende gehen wir hier nicht mehr ein.
Was diesen Horrorstreifen aber so schlecht macht, ist nicht nur das Drehbuch mit einer plumpen Story sondern auch die schauspielerischen Leistungen. Lucy Hale ist zwar hübsch anzusehen aber mehr als durchschnittliche Phasen hat sie nicht. Die anderen vom Cast sind zumeist sogar fehlbesetzt und schaffen es nie wirklich glaubhauft ihre Rolle zu spielen. Richtig nervig ist zb. Olivias Freundin Markie (Violett Beane). Man fragt sich wirklich warum Lucy Hale, die eine durchaus gute Schauspielerin ist, sich Wahrheit oder Pflicht angetan hat. Es wirkt leider auch so als ob sie mehr oder weniger das Aushängeschild für diesen Film ist und mehr nicht. Fazit: Schaut euch den Trailer an, das sollte reichen. Absolut keinen Kinobesuch wert. Von uns gibt es hier nur 6% und das auch nur weil die ersten Minuten noch ok waren. Anspruch etc. ist hier weit weg, von daher klarer Filmtyp B.